23.07.2026, 04:00 Uhr
FG071 - Siegfried Wagner und der Bayreuther Wahn
Am heißesten Tag des Jahres geht es um zwei Männer und um zwei Dinge, die im Juli zusammenfallen: die Bayreuther Festspiele und das Ende des Pride Month. Weil man das eine nicht ohne das andere versteht, beginnt Solveig nicht mit Siegfried, sondern mit dem Vater – jener Person aus dem „Personenkreis, über den wir eigentlich nie sprechen wollten", wie Daniel trocken anmerkt. Vom Heine-Fan zum Hetzer: Richard WagnerRichard Wagner ist zunächst ein glühender Bewunderer Heinrich Heines, dichtet sogar in dessen Stil und trifft ihn um 1839/40 in Paris. In den 1840ern kippt die Verehrung: Wagner leugnet fortan, Heine je geschätzt zu haben, und wendet sich von Modernität und Kosmopolitismus in der Kunst ab – für Solveig antisemitische Dog Whistles. 1850 kulminiert das in der Hetzschrift Das Judenthum in der Musik, erst unter dem Pseudonym „K. Freigedank", 1869 überarbeitet unter... mehr