15.04.2026, 17:40 Uhr
Martin Luther - Wie wird man Reformator?
Mit Volker Leppin: Martin Luther war ein Studienabbrecher. Als der Jurastudent seinen Eltern beichtete, dass er nicht Jurist sondern Mönch werden wolle, wechselte sein Vater vom respektvollen "Sie" wieder zum herablassenden "Du" der Kindertage. Als Novize im Augsutinerkloster in Erfurt war Martin theologisch noch weitgehend unauffällig. Über seinen Beichtvater kam er mit der mittelalterlichen Mystik in Kontakt, die eine Gotteserfahrung nicht von äußeren Taten abhängig machte, sondern innere Versenkung predigte. Nach seinem Studum stieg Martin Luther schnell im Orden auf und ging als Professor der Theologie an die neugegründete Uni Wittenberg. 1517 machte er dort plötzlich mobil. Er nahm Anstoß an einer Ablasstour. Der Dominikaner Johannes Tetzel tourte durch benachbarte Territorien und sammelte Geld für den Bau des Petersdoms in Rom. Tetzel versprach, dass jede Geldspende die T... mehr